Immobilienwert in Deutschland: Der große Leitfaden für 2024

Der deutsche Immobilienmarkt ist ständig in Bewegung und viele Eigentümer fragen sich, was ihre Immobilie aktuell wert ist. Eine genaue Bewertung zu erhalten, kann jedoch komplex und undurchsichtig sein. Dieser Leitfaden für 2024 bietet einen umfassenden Überblick über gängige Bewertungsmethoden, analysiert die entscheidenden Wertfaktoren und beleuchtet, wie Sie den aktuellen Marktwert Ihres Hauses ermitteln können.

Immobilienwert in Deutschland: Der große Leitfaden für 2024

Der Immobilienwert steht 2024 stärker denn je im Fokus: gestiegene Zinsen, mehr Transparenz durch Bodenrichtwerte und neue digitale Verfahren verändern, wie Marktpreise eingeschätzt werden. Ob Sie verkaufen, erben, finanzieren oder Modernisierungen planen – eine nachvollziehbare Bewertung hilft, Entscheidungen sachlich zu treffen und Unterlagen für Behörden, Banken oder das Finanzamt stichhaltig zu begründen.

Immobilienbewertung ohne Anmeldung: So funktioniert es

Schnelle Orientierung gelingt heute ohne Registrierung über frei zugängliche Quellen. Der Preisatlas großer Immobilienportale liefert Vergleichspreise je Lage, Wohnungs- oder Haustyp. Landesweite Bodenrichtwert-Portale (BORIS) zeigen amtliche Richtwerte pro Quadratmeter Bauland. Auch viele Gutachterausschüsse veröffentlichen Marktberichte oder Kaufpreissammlungen in Auszügen. Kombinieren Sie diese Angaben mit Objektdaten wie Baujahr, Wohnfläche, Zustand, Energieeffizienz und Mikro-Lage (z. B. Lärmbelastung, ÖPNV, Grünflächen). Wichtig: Online-Schätzungen sind Näherungen. Für rechtlich bindende Anlässe braucht es formelle Verfahren nach ImmoWertV durch qualifizierte Sachverständige oder die Gutachterausschüsse.

Staatliche Zuschüsse für die Immobilienbewertung für Hausbesitzer

Ein bundesweit einheitliches Förderprogramm ausschließlich für Bewertungskosten existiert in der Regel nicht. Dennoch können Kosten indirekt förderfähig sein, wenn sie Bestandteil größerer Vorhaben sind. Beispiele sind kommunale Programme in Sanierungs- oder Entwicklungsgebieten, in denen vorbereitende Bewertungen oder Wertermittlungen als Nebenkosten anerkannt werden, oder Landesförderungen, die Gutachten im Rahmen von Modernisierungs- und Energieprojekten einbeziehen. Prüfen Sie Förderlotsen der Bundesländer, kommunale Richtlinien sowie Bedingungen von Landesförderbanken (z. B. NRW.Bank, L-Bank, IBB). Belege, Zweckbindung und zeitnahe Antragstellung sind entscheidend.

Der Antrag auf eine amtliche Immobilienbewertung

Für gerichtsfeste oder behördliche Zwecke (z. B. Erbauseinandersetzung, Scheidung, Enteignungsverfahren) kommen vor allem die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte sowie öffentlich bestellte und vereidigte bzw. zertifizierte Sachverständige in Betracht. Typischer Ablauf: Anfrage mit Zweck und Objektangaben, Einreichung von Unterlagen (Grundbuchauszug, Liegenschaftskarte/Flurstücksdaten, Bauunterlagen, Wohn- und Nutzflächen, Modernisierungsnachweise, Mietverträge), Vor-Ort-Besichtigung, Datenauswertung gemäß ImmoWertV (Vergleichswert-, Ertragswert- oder Sachwertverfahren) und Zustellung des Gutachtens. Je nach Auslastung und Komplexität sollten Sie mehrere Wochen Bearbeitungszeit einplanen.

Anspruch auf Zulagen für eine Bewertung prüfen

Ein genereller Rechtsanspruch auf Zuschüsse zur Wertermittlung besteht meist nicht. Chancen steigen, wenn die Bewertung nachweislich Teil eines förderfähigen Projekts ist (etwa städtebauliche Programme, Denkmalschutz, sozial orientierte Wohnangebote) oder wenn sie behördlich gefordert wird. Vorgehen zur Prüfung: 1) Zweck definieren und geforderte Nachweise klären, 2) kommunale Förderstellen und Landesportale prüfen, 3) bei Bedarf telefonische Vorprüfung einholen, 4) alle Kostenpositionen eindeutig dokumentieren, 5) Fristen beachten. Achten Sie bei „lokalen Services in Ihrer Stadt“ auf spezifische Richtlinien, denn die Förderlogik und Belegpflichten unterscheiden sich teils deutlich von Kommune zu Kommune.

Was kostet die Bewertung? Anbieter im Überblick

Typische Kosten hängen von Objektart, Umfang (Kurzbewertung vs. Vollgutachten), Reiseaufwand, Datenrecherche und gewünschter rechtlicher Verbindlichkeit ab. Online-Schätzungen verschaffen Orientierung, während ein vollumfängliches Verkehrswertgutachten die höchste Nachweisqualität bietet. Im Überblick einige in Deutschland gängige Angebote und grobe Preisrahmen:


Product/Service Provider Cost Estimation
Online-Sofortbewertung (Orientierung) ImmobilienScout24 0 €
Online-Bewertung mit Report Sprengnetter ca. 0–60 €
Makler-Kurzbewertung/Markteinschätzung Homeday in der Regel 0 € (bei Verkaufsabsicht)
Verkehrswertgutachten (nach ImmoWertV) DEKRA Sachverständige ca. 1.500–5.000 €+ oder 0,5–1,0 % des Werts
Amtliches Gutachten Gutachterausschuss (z. B. Hamburg) häufig ca. 500–3.000 €+, je nach Landesgebührenordnung
Bankinterne Bewertung für Finanzierung Sparkasse meist 0 € im Zuge der Finanzierungsprüfung

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den aktuell verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine eigenständige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Hinweis: Bei Maklerbewertungen ist die Unabhängigkeit zu prüfen, da die Einschätzung oft mit einer geplanten Vermarktung verknüpft ist. Für Rechts- oder Steuerzwecke fordern Gerichte und Finanzämter in der Regel ein qualifiziertes Verkehrswertgutachten bzw. ein amtliches Gutachten.

Neue Bewertungsmethoden in Ihrer Stadt ausprobieren

Neben klassischen Verfahren gewinnen datengetriebene Modelle an Bedeutung. Automatisierte Bewertungsmodelle (AVM) kombinieren Transaktionsdaten der Gutachterausschüsse, Angebotsdaten von Portalen, Bodenrichtwerte, Gebäudekennzahlen und Lageindikatoren. In vielen Städten stehen zusätzlich digitale Bauakten, Denkmaldatenbanken, Energieausweise und Lärmkarten online bereit. Für eine belastbare Praxis empfiehlt sich ein „Hybrid“-Ansatz: Erste Orientierung per AVM und frei zugänglichen Quellen, anschließend Plausibilisierung mit lokalen Vergleichsangeboten, Micro-Lage-Check vor Ort und – falls erforderlich – ein Gutachten nach ImmoWertV. So verbinden Sie Schnelligkeit mit Nachvollziehbarkeit.

Abschließend gilt: Der Immobilienwert ist kein fixer Punkt, sondern ein plausibler Korridor, der sich aus Markt, Lage und Objektqualität ergibt. Wer Datenquellen sauber kombiniert, den Zweck der Bewertung klar definiert und die passende Tiefe wählt – von der kostenlosen Orientierung bis zum rechtssicheren Gutachten –, trifft fundierte Entscheidungen und kann Ergebnisse gegenüber Banken, Behörden und privaten Parteien sachlich begründen.